Sex Work and Human Rights

Vorgeblicher Schutz, Vergebliche Maßnahmen: Überblick über Deutschland’s neues Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchg)

„Das ‚Prostituiertenschutzgesetz‘ ist in der Form, in der es am 1. Juli 2017 in Kraft treten wird, nur vorgeblich ein Gesetz zum Schutz von Sexarbeiter*innen und die darin enthaltenen Maßnahmen sind vergeblich, um Sexarbeiter*innen auf der einen Seite und Betroffene von Menschenhandel auf der anderen nachhaltig zu unterstützen. Stattdessen werden insbesondere in Wohnungen gemeinsam arbeitende Sexarbeiter*innen sowie migrantische, transidente, und anderweitig spezifisch vulnerable Sexarbeiter*innen von diesem Gesetz in die Illegalität gedrängt. Wo Schutz draufsteht, ist daher in großen Teilen schlicht ein Gesetz zur Verdrängung der Sexarbeit enthalten.“

Research Project Germany

Zwangsregistrierung - Nicht mit uns! Sex worker protest in Berlin against the ProstSchG © 2015 Emy Fem

Sexarbeiter*innen und Unterstützer*innen demonstrieren gegen das ProstSchG vor dem Bundesfamilienministerium © 2015 Emy Fem

ICRSE präsentiert Briefing Paper über
neues deutsches ‘Prostituiertenschutzgesetz’

[English-language versionhere]

Anlässlich des Internationalen Hurentags, der an jedem 2. Juni der Besetzung der Saint-Nizier-Kirche im franzöischen Lyon im Jahr 1975 durch 100 Sexarbeiterinnen feierlich gedenkt, präsentiert das Internationale Komitee für die Rechte von Sexarbeiter*innen in Europa (ICRSE) ein Briefing Paper mit dem Titel „Vorgeblicher Schutz, Vergebliche Maßnahmen: Überblick über das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchg)“.

ICRSE ProstSchG Briefing Paper Cover [German]Das Briefing Paper wurde vom ICRSE in Zusammenarbeit mit Hydra e.V. und dem Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) e.V. mit dem Ziel entwickelt, sowohl politischen Entscheidungsträger*innen als auch Sexarbeiter*innen und ihren Unterstützer*innen eine Analyse des neuen deutschen „Prostituiertenschutzgesetzes“ und dessen erwarteten Auswirkungen auf Sexarbeiter*innen anzubieten, sowie Empfehlungen der Gemeinschaft von Sexarbeiter*innen zu unterbreiten.

Wie darin erklärt, hegt das ICRSE ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Art und Weise, mit der das „Prostituiertenschutzgesetz“ die Grundrechte von…

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